Passivismus



Neben Substantivitis lädt die deutsche Sprache auch zu einem zweiten schweren Leiden ein. Es sind diese tollen Satzbauten, die mit passiven Konstrukten voll gestopft und an jeder Ecke zu haben sind. Eben so was wie eben. Vermeiden Sie Amtsdeutsch und beleben Sie Ihre Texte. Wie?

Formulieren Sie aktiv.
Infinitiv mit „zu“ und Gebilde mit „wird“ und „werden“ sollten vermieden werden, um das Lesen nicht zu behindern. Oft verschleiert so was auch die handelnden Personen und wirkt wie eine übernatürliche Kraft, die für alle Aktionen verantwortlich ist. Schreiben Sie aktiv und klar. Das macht Texte informativ, ehrlich, sympathisch.

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Beispiel 1:
Bei uns tritt ab morgen eine Preis-Reduzierung in Kraft.

Besser:
Ab morgen senken wir die Preise.


Beispiel 2:
Die Erreichbarkeit unseres Vertriebs wird in Kürze optimiert.

Besser:
In Kürze erreichen Sie unseren Vertrieb noch besser.
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Passiv ist nur in Ausnahmen sinnvoll. Etwa, wenn der Urheber unbekannt oder unwichtig ist. Zum Beispiel, wenn in unserem Lieblingsfilm „diese großartige Musik gespielt wird“. Hier muss und will sicher niemand wissen, wer gerade auf die Play-Taste drückte oder die Tonspuren abmischte.

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