Raus mit den Substantivierungen



Wenn es ums Beschreiben geht, kann dem Deutschen keiner was. Können wir doch nahezu unendlich viele Kombinationen aus Substantiven bilden. „Sprachführer“ ist so ein Fall, oder „Unkraut“ oder „Sonnenschein“ oder die vielen anderen Beispiele, die einen Gedanken klarer und anschaulicher machen.

Leider erwischt man immer wieder Schreiber, wie sie sich am Deutsch vergehen. Sie missbrauchen wo sie nur können. In Gesetzen, auf Plakaten, bei jedem Gespräch. Überall infizieren sie unschuldige Texte mit abstrakter Kompetenz und ihrem unnahbaren Intellekt. Ihre mächtigen Waffen: Substantivierungen und zusammengesetzte Substantive wie

Grundvoraussetzung, Beeinflussungsinstrumentarium, Entwicklung, Heiterkeit, Standardisierungsüberlegungen, Kostengesichtspunkte, Veränderungen, Markenwertvernichtung und mein persönlicher Liebling: Inkompetenzkompensationskompetenz.

Wie man Texte flott behält und dem Gedanken Luft zum Atmen lässt?

Schritt 1: Alles rauswerfen, was auf -ung, -heit und -keit endet. Für die ganz Radikalen: Auch alles mit -schaft, -tum, -werk und -wesen. Stattdessen aktiv und konkret formulieren.

Schritt 2: Zusammengesetzte Substantive trennen, am besten in Substantiv und Verb.

Schritt 3: Freuen. Denn wer so schreibt, macht Texte deutlich verständlicher und trägt seinen Teil für eine bessere deutsche Sprache bei.

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